Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung

Stadtumbau West – Eine Zwischenbilanz 

 

Im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung erarbeitete das „Forum Oldenburg“ als Bundestransferstelle Stadtumbau West eine erste Zwischenbilanz, die seit Frühjahr 2010 in gedruckter Form vorliegt. Die Veröffentlichung bietet einen interessanten Überblick über die Stadtumbaupraxis in den elf westdeutschen Ländern einschließlich Berlin und vertieft vier thematische Schwerpunkte. Die Zwischenbilanz nach fünf Jahren Programm Stadtumbau West wird gezogen für die

  • Praxis der Programmstädte im Stadtumbau West
  • Umsetzungsprogramme der teilnehmenden Länder
  • Transferaktivitäten der Bundestransferstelle Stadtumbau West.

Die Auswertungen zur kommunalen Praxis der Stadtumbau-West-Kommunen lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Stadtumbau-West-Prozesse brauchen Zeit.
  • Stadtumbau West entwickelt sich zu einem Leitprogramm für die Anpassung von Kommunen an die Folgen des wirtschaftlichen und demographischen Wandels.
  • Die Bewältigung der Folgen des wirtschaftlichen und demographischen Wandels in Innenstädten und Ortskernen stellt eine der großen Herausforderungen im Stadtumbau West dar.
  • Im Stadtumbau West haben ländliche Gemeinden und Kleinstädte eine hohe Bedeutung.
  • Städtebauliche Entwicklungskonzepte initiieren in vielen Stadtumbau-West-Kommunen eine hohe Planungsqualität.
  • Wohnaspekte spielen im Stadtumbau West eine große Rolle; Wohnungsmarktbereinigung durch Rückbau ist als Ziel untergeordnet.
  • Für viele Industrie- und Militärbrachen finden sich in von Strukturschwäche geprägten Stadtumbau-West-Kommunen keine Nachnutzungsperspektiven.
  • Anpassungsbedarfe der sozialen Infrastruktur nehmen als Folge des demographischen Wandels zu; die Stadtumbau-West-Kommunen zögern aber bei Eingriffen in die Standortkonzepte.
  • Stadtumbau West befördert interkommunale Kooperationsprozesse insbesondere von kleinen Gemeinden sowie Klein- und Mittelstädten im ländlich geprägten Raum.

Als Zwischenbilanz zur Umsetzung von Stadtumbau West auf Bundes- und Landesebene wird u. a. festgestellt, dass die Länder eigenständige Profile für die Umsetzung von Stadtumbau West entwickeln und eine intensive Betreuung der Kommunen durch Transferstellen, Agenturen oder Mittelbehörden Informationsbedarfe der Kommunen decken kann.

 

Profile der Länderprogramme Stadtumbau West

Zu den vier Ländern Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland gibt die Bundestransferstelle die folgenden erkennbare Profile an: Die Vergabe der Stadtumbau-West-Fördermittel im Rahmen eines Wettbewerbs, bei dem interkommunale Kooperation in besonderer Weise gewürdigt wurde, hat dazu geführt, dass in Hessen 77 Kommunen Stadtumbau West in interkommunaler Zusammenarbeit durchführen – im Vergleich zu 14 Einzelstandorten. Nordrhein-Westfalen reagiert mit Stadtumbau West auf den wirtschaftlichen und demographischen Wandel in städtisch und ländlich geprägten Altindustrieregionen und fördert dabei neben Innenstädten und der Revitalisierung von Brachen auch den Umbau von Großwohnsiedlungen. Rheinland-Pfalz konzentriert seine Stadtumbau- West-Bemühungen insbesondere auf Kommunen mit militärischer Konversionsproblematik. Wie Baden-Württemberg, Bayern und Niedersachsen konzentriert sich das Saarland auf die durch wirtschaftliche Strukturkrisen und durch den Abzug von Militär geprägten Kommunen und fördert auf der Grundlage umfassender städtebaulicher Entwicklungskonzepte insbesondere Stadtumbau-West-Maßnahmen in Innenstädten und Ortskernen sowie auf Brachen.
Untersuchung der kommunalen Praxis in allen elf Ländern kommt zu dem Ergebnis, dass der breite Förderansatz von Stadtumbau West den vielfältigen Stadtumbau- Bedarfen der westdeutschen Kommunen entspricht und die hohe Bedeutung der städtebaulichen Entwicklungskonzepte als Grundlage des Stadtumbaus zu einer hohen konzeptionellen Qualität des Stadtumbaus vieler Kommunen führt. Transferinformationen und Erfahrungsaustausch spielen für die Stadtumbau-Kommunen zur Qualitätssteigerung eine wichtige Rolle.

Gedruckte Einzelexemplare der Dokumentation „Stadtumbau West – eine Zwischenbilanz“ können kostenlos bezogen werden unter

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