Arbeitshilfe

Vademecum Immobilien- und Standortgemeinschaften

 

Das Netzwerk Innenstadt NRW hat eine Arbeitshilfe für Immobilien- und Standortgemeinschaften veröffentlicht. Denn innerstädtische Quartiere stehen vor vielfältigen Herausforderungen. Demografische, soziale, stadt- oder wirtschaftsstrukturelle Faktoren – Die Innenstädte und Stadt- und Ortsteilzentren sehen sich einem Bündel von Veränderungen gegenüber. Dementsprechend haben sich auch die Rahmenbedingungen in den verschiedenen Quartieren in den vergangenen Jahren stetig und nachhaltig gewandelt. Das Ideal der multifunktionalen europäischen Stadt mit einer ausgewogenen Versorgungsinfrastruktur, der Kombination von Faktoren wie Wohnen, Arbeiten, Wirtschaft der Freizeit ist für die Mehrheit der deutschen Kommunen kaum mehr zu gewährleisten. Im Gegenteil: Für große Bereiche deutscher Innenstädte brechen weitere Funktionen weg und können nicht adäquat ersetzt werden.
Für die innerstädtischen Quartiere und Ortsteilzentren erhöht sich zunehmend der Handlungsdruck, um im Standortwettbewerb nicht weiter an Boden zu verlieren – Es gilt, den Herausforderungen zu trotzen, die Quartiere zu stärken und die Innenstädte mit Hilfe ihrer Funktionen und Potenziale attraktiv zu gestalten. Die Kooperation unterschiedlicher Partner hilft dabei, die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit dieser Bereiche zu unterstützen. Die Wurzeln der nordrhein- westfälischen Immobilien- und Standortgemeinschaften gehen auf die so genannten Business Improvement Districts (BIDs) zurück. Im Jahr 2003 wurde das Modellprojekt der Immobilien- und Standortgemeinschaften zur Steuerung und Aktivierung innerstädtischer Quartiere ins Leben gerufen. In den letzten Jahren wurden auf dem Prinzip der Freiwilligkeit etliche Zusammenschlüsse privater Akteure in innerstädtischen Geschäftsbereichen gegründet und gefördert. Das Instrument ist in den Jahren gereift – insbesondere durch die vielfältigen Anwendungen vor Ort. Um die organisatorischen und auch finanziellen Handlungsmöglichkeiten zu stärken, wurde am 4. Juni 2008 das Gesetz über Immobilien- und Standortgemeinschaften (ISGG) im Landtag Düsseldorf verabschiedet. Durch die Einführung des ISGG für Nordrhein-Westfalen besteht nunmehr die Möglichkeit, eine ISG im Rahmen eines Gesetzes anzuwenden. Hiermit wurde der Rahmen geschaffen, alle Eigentümer in einem innerstädtischen Quartier an eine ISG zu binden.
Das vorliegende Arbeitspapier „Vademecum Immobilien- und Standortgemeinschaften“ verfolgt das Ziel, einen aktuellen Überblick über die Rahmenbedingungen von Immobilien- und Standortgemeinschaften in NRW zu liefern, darüber hinaus eine Orientierung und Anwendungshilfe nicht nur für die Mitgliedsstädte des Netzwerkes Innenstadt NRW zu ermöglichen, indem beispielsweise der Prozessablauf in nachvollziehbaren Phasen dargestellt wird. Anschließend werden die finanziellen Rahmenbedingungen für Immobilien- und Standortgemeinschaften in Nordrhein-Westfalen aufgezeigt. Zudem wird eine Übersicht über aktuelle Zusammenschlüsse und Organisationen von Immobilien- und Standortgemeinschaften in NRW gegeben.