Netzwerk Stadtentwicklung in Hessen

Erfolg durch Kooperation

 

Zum Thema öffentlich-private Zusammenarbeit in der Stadtentwicklung hatten am 15. Januar 2012 das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, die Hessen Agentur GmbH (HA) und die Stadt Idstein zu einem Netzwerktreffen eingeladen.
Die Kommunen stehen angesichts des demografischen und wirtschaftsstrukturellen Wandels vor großen Herausforderungen. Trotz angespannter Finanzlage müssen Städte und Gemeinden Antworten auf den Leerstand von Wohnungen und Geschäftsflächen finden und das vorhandene Infrastrukturangebot an den aktuellen Bedarf anpassen. Zudem nehmen private Akteure wie Wohnungsbaugesellschaften, Hauseigentümer, Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe einen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung der Städte. Das Ziel einer zukunftsorientierten Stadtentwicklung kann daher nur gemeinsam in öffentlich-privater Zusammenarbeit erreicht werden. Im Rahmen des Netzwerktreffens „Erfolg durch Kooperation“ tauschten sich deshalb mehr als 170 Gäste über mögliche Handlungsansätze und ihre Erfahrungen aus. Die Veranstaltung wurde mit der Unterzeichnung einer Absichtserklärung durch den Darmstädter Regierungspräsidenten Johannes Baron, Idsteins Bürgermeister Gerhard Krum und Hermann Kögler, Geschäftsführer der Hochschule Fresenius Idstein, eröffnet: Der ehemalige Güterbahnhof in Idstein soll für die Schüler und Studierenden Idsteins, aber auch die Bewohner und Besucher der Stadt, zu einem Kulturbahnhof umgebaut werden. Um ein attraktives Kulturangebot zu schaffen, werden Landesmittel aus dem Programm „Stadtumbau in Hessen“ zur Verfügung gestellt.
Bei der anschließenden Podiumsdiskussion wurden die Erfolgsbedingungen öffentlichprivater Zusammenarbeit diskutiert. Einen besonderen Schwerpunkt bildete die Frage, auf welche Weise Bürger stärker in Entwicklungsprozesse einbezogen werden können. Hierbei wurden insbesondere Genossenschaften, aufgrund ihrer Entscheidungsstruktur, als geeignetes Modell angesehen. In drei verschiedenen Themenforen fand am Nachmittag der Austausch über Verfügungsfonds, Business Improvement Districts (BID) sowie den Anschub privater Investitionen statt. Neben den rechtlichen Rahmenbedingungen wurden im Forum „Starke Teams für starke Städte – Von der Standortgemeinschaft bis zum BID“ Erfolgsbedingungen anhand konkreter Umsetzungsbeispiele, wie dem Gießener BID Seltersweg, diskutiert. Bezüglich des Verfügungsfonds im Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ wurden auch kritische Stimmen laut: Da in vielen Kommunen nicht die Möglichkeit bestehe, die notwendige 50-prozentige Eigenbeteiligung aufzubringen, sei der Ansatz nur beschränkt umsetzungstauglich. Das Netzwerk Stadtentwicklung in Hessen ist eine Initiative des Hessischen Wirtschaftsministeriums und dient dem Erfahrungsaustausch und Wissenstransfer zwischen Städten und Gemeinden auf dem Gebiet der Stadtentwicklung und der Städtebauförderung.