Ministerium für Umwelt des Saarlandes

Stadterneuerung im Saarland


Im September 2009 veröffentlichte das Ministerium für Umwelt des Saarlandes eine rund 150 Seiten umfassende Broschüre zum Thema „Stadterneuerung im Saarland“. Die Broschüre dokumentiert zum einen Projekte, Aktivitäten und Fördermittel in den verschiedenen Städtebauförderungsprogrammen und -gebieten im Saarland. Zum anderen zeigt die Auseinandersetzung mit den Schwerpunktthemen – wiederum anhand von Beispielen –, dass Stadterneuerung mehrdimensionales Denken und Handeln erfordert. Die Broschüre behandelt in drei Kapiteln die Themen: Städtebauförderung im Saarland, Themen der Stadterneuerung und ausgewählte Maßnahmen und Beispiele. Das vierte Kapitel bildet den Anhang, der u. a. eine tabellarische Gesamtbetrachtung der Stadterneuerung im Saarland enthält.
Im Saarland leiden Stadt- und Gemeindeteile, die besonders von den Folgen des wirtschaftlichen Strukturwandels der Montanindustrie betroffen sind, an ökonomischen, ökologischen, sozialen, städtebaulichen und infrastrukturellen Defiziten, die in ihrer Summe die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen beeinträchtigen. Die Stadtentwicklung steht somit vor der Aufgabe, die stetige Abwärtsabwicklung in gefährdeten Stadtteilen aufzuhalten. Aus Sicht des Umweltministeriums zeigte die Vergangenheit, dass die reine Beseitigung städtebaulicher Missstände als Entwicklungsstrategie bei Weitem nicht mehr ausreicht, um die komplexen Problemlagen der Städte zu beseitigen. Vielmehr bedürfe es neuer Strategien und Lösungsansätze, die die klassische Städtebauförderung mit ihrem primär baulichen Ansatz ergänzen und weiterentwickeln. Dennoch wird der Städtebauförderung im Fazit zugeschrieben, dass sie einen bedeutsamen Beitrag zur sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung der Städte leistet. Ressortübergreifendes Denken, Einbeziehung der Bürger und der Blick über den Tellerrand bis hin zur interkommunalen Kooperation wird für die Fortführung des Erfolgsmodells „Städtebauförderung“ jedoch als unabdingbar angemahnt – sowohl auf der Landes- wie auch auf der kommunalen Ebene.
Es werden insgesamt sechs Themen der Stadterneuerung erörtert, die sich kritisch und zugleich ermutigend mit den aktuellen und auch andernorts breit diskutierten neuen Herausforderungen an die Stadterneuerung im Zuge des demographischen und sozial-wirtschaftlichen Wandels in Stadt und Land auseinandersetzen. Die jeweiligen Überschriften deuten die Schwerpunktthemen und Programmatik an: Am Anfang steht die Planung, Verändern und trotzdem erhalten, Stadt- und Ortskerne mit Leben erfüllen, Infrastruktur als Impulsgeber, Der Strukturwandel – eine Chance, Hilfe zur Selbsthilfe. Es gelingt, die jeweiligen Beiträge durch zahlreiche Projektbezüge einschließlich einer Bebilderung konkret und praxisnah zu fassen.
Auf knapp 80 Seiten werden im dritten Kapitel ausgewählte Maßnahmen und Beispiele dargestellt, die den jeweiligen Programmschwerpunkten der Städtebauförderung zugeordnet werden. Es sind dies: Städtebauliche Sanierung, Soziale Stadt, Stadtumbau West und Städtebauliche Entwicklungsmaßnahmen. In seinem Vorwort schreibt der ehemalige Umweltminister Stefan Mörsdorf: „Die Aufgaben der Zukunft liegen auf der Hand: Bewältigung von Leerständen und Funktionsverlusten in den saarländischen Städten und Dörfern – auch vor dem Hintergrund des demographischen Wandels. Planung von oben ist dabei nicht gefragt. Vielmehr gewinnen die Einbeziehung bürgerschaftlichen Engagements und die Umsetzung nicht-investiver Projekte an Bedeutung.“

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