neuma - Neue Marler Baugesellschaft mbH

Aus dichter Bebauung sollen „Grüne Höfe“ werden


Ein integriertes Handlungskonzept mit städtebaulichen, wohnungswirtschaftlichen sowie sozialen Komponenten ist Grundlage für einen Stadtumbauprozess im Quartier Hüls-Süd, in dem die Neue Marler Baugesellschaft eine wesentliche Rolle spielt. Das Stadtquartier Hüls-Süd ist in das Programm „Soziale Stadt“ des Landes Nordrhein-Westfalen aufgenommen worden. Was aus dem dicht bebauten Stadtteil in Marl werden soll, wurde in einem Stadtteilforum am 18. März 2009 vorgestellt. 2.200 Menschen leben in diesem Viertel, die meisten in den 800 Wohnungen der neuma – Neue Marler Baugesellschaft mbH, die als wesentlicher Akteur des Erneuerungsprozesses am Stadtteilforum beteiligt ist.
Das Stadtquartier Marl-Hüls-Süd entstand in den 1960er-Jahren und entspricht in seiner Gestaltung den für diese Zeit typischen Siedlungsstrukturen mit einer Mischung aus schlichten viergeschossigen Mehrfamilienhäusern in Zeilenbauweise und heute massiv erscheinenden, achtgeschossigen Wohnblöcken. Diese sind im Besitz der neuma, die zum gleichen Zeitpunkt 150 Reihenhäuser im Bungalowstil errichtet und bereits in den 1960er-Jahren an Einzeleigentümer verkauft hatte. Fünf weitere, zum Teil kleinteiligere Gebäude sind im Besitz von Einzeleigentümern. Die städtebauliche und soziale Situation hat sich im gesamten Stadtquartier in den vergangenen drei Jahrzehnten sukzessive negativ entwickelt. Insbesondere die achtgeschossigen Gebäude tragen zu einer Stigmatisierung des Quartiers bei. In diesen Häusern liegen die Leerstandsquoten mit bis zu 30 Prozent am höchsten.
Das Wohnen und Leben in der Siedlung ist insgesamt als sehr ruhig und sehr grün zu bezeichnen. Dennoch fehlt es an Aufenthaltsqualität und attraktiven Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten. Die Freiräume sind zugewuchert wie die Wegenetze, die subjektiv von den Bewohnern als Angsträume wahrgenommen werden. Eine erhebliche Lücke in der Nahversorgung ist bereits entstanden, eine weitere Verschlechterung wird befürchtet. Für viele junge Bewohner und ihre Familien sind eine Grundschule und eine Gesamtschule wichtige Ankerpunkte im Stadtquartier. Sie zeigen jedoch teilweise erhebliche bauliche Mängel und Defizite in der Gestaltung. Das gilt für die Nutzung der Schulhöfe als Treff und Bewegungsraum auch nach dem Unterricht. Neben diesen räumlichen Handlungsfeldern besteht ein hoher Bedarf an sozial-integrativen Maßnahmen. In den Gebäuden der neuma lebt ein überdurchschnittlich hoher Anteil an Familien, darunter viele mit Migrationshintergrund, die von Transferleistungen abhängig und mit vielfältigen sozialen Problemen belastet sind.
Seit 2003 erfolgt bereits eine intensive Stadtteilarbeit. Viele Akteure zeigen hohes Engagement, darunter auch die beiden Schulen. Auch besteht seit Jahren eine Stadtbezirkskonferenz, in der sich alle Akteure über die Entwicklung des Stadtteils austauschen, sowie der Arbeitskreis Wohnen und Infrastruktur. Vor einigen Jahren wurde außerdem in der Siedlung in einem Geschäftslokal ein „neuma-Laden“ eingerichtet, der sich zur Anlaufstelle und zum Treffpunkt der gesamten umliegenden Mieterschaft entwickelt hat. Es findet hier eine tägliche Sprechstunde statt, die Grundschüler werden bei den Hausaufgaben betreut. Außerdem gibt es verschiedene Bastel-, Musik- und Spielkreise. Es treffen sich hier Senioren, alleinerziehende Mütter und ein Deutsch-Türkischer-Arbeitskreis. Der Allgemeine Soziale Dienst des Jugendamts bietet hier seine Hilfe an.
Die in Hüls-Süd notwendigen Integrationsleistungen überstiegen jedoch deutlich die Ressourcen der Beteiligten. Neben vielfältigen sozial-integrativen Ansätzen bedarf es auch neuer und nachhaltiger städtebaulicher und gestalterischer Impulse, damit sich das Quartier langfristig stabilisieren kann. Das Land Nordrhein-Westfalen nahm das Gebiet dazu mit einer Förderung für soziale Maßnahmen in das Städtebauförderungsprogramm 2008 auf, formulierte aber für die Bewilligung der Mittel die Voraussetzung, dass die städtebaulichen Defizite differenzierter herauszuarbeiten und Lösungswege zu entwickeln seien. Die neuma und die Stadt Marl beauftragten daher das Büro Dr. Jansen GmbH, ein integriertes Handlungskonzept zur Aufwertung und Neukonzeption des Quartiers Hüls-Süd zu erarbeiten, das sowohl investive als auch nicht-investive Maßnahmen beinhaltet. Dabei sollte u. a. die Frage geklärt werden, welche wohnungswirtschaftlichen und baulichen Maßnahmen erforderlich sind und an welchen Stellen zur Zielerreichung auch über Rückbau nachgedacht werden muss.  

Leitet Herunterladen der Datei einkompletter Artikel