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Stadtentwicklungspolitik
Vielfältige Aktivitäten für eine zukunftsfähige Stadtentwicklung
Der Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Wolfgang Tiefensee, stellte im Mai den Stadtentwicklungsbericht 2008 vor. Im Juni veranstaltete sein Ministerium gleich zwei zentrale Kongresse zur Stadtentwicklung: Am 2. Juni 2009 den Kongress „Stadtumbau West“ in Dortmund und am 25. Juni 2009 den 3. Bundeskongress „Nationale Stadtentwicklungspolitik“ in Essen.
Der Stadtentwicklungsbericht 2008 dokumentiert die Entwicklung der Städte und Gemeinden in Deutschland zwischen 2004 und 2008 und leitet daraus Handlungsempfehlungen ab. Unter fünf Überschriften wird die Lage der Städte prägnant zusammengefasst:
Deutsche Städte sind international vorne
Die große Zahl und damit auch die große Vielfalt der Städte in Deutschland sind ein Standortvorteil im internationalen Wettbewerb.
Die ganze Stadtregion wird genutzt
Deutlich wird, dass die Menschen heute im Alltag weitere Kreise ziehen. Sie nutzen nicht mehr nur die Angebote ihrer Stadt, sondern die der gesamten Stadtregion – also die Kernstädte mitsamt ihren umgebenden Bereichen. Deshalb pendeln immer mehr Menschen und legen immer weitere Wege zurück.
Der Flächenverbrauch sinkt
Der Verbrauch von Flächen für Siedlung und Verkehr sinkt weiter. Lag er 1997 noch bei 129 Hektar täglich, so wurden 2008 pro Tag nur noch rund 73 Hektar Land beansprucht. Der Flächenverbrauch im Wohnungsbau hat sich allerdings aufgrund höherer Wohnansprüche zwischen 1993 und 2005 um 19 Prozent erhöht.
Immer mehr Städte schrumpfen
Schrumpfende Städte sind längst nicht mehr nur in den ostdeutschen Ländern zu finden. Auch in den westdeutschen Ländern nimmt die Zahl der Städte, die immer weniger Einwohner verzeichnen, deutlich zu. Rund 35 Prozent aller Stadtbewohner, also rund 21 Millionen Menschen, leben heute in Städten, die mit Schrumpfungsprozessen konfrontiert sind. Bevölkerungsrückgänge verzeichnen große Teile des Ruhrgebiets und Nord- und Ostbayerns sowie Städte in Nordhessen, im Saarland und in Niedersachsen. Das bedeutet, dass zunehmend Flächen innerhalb der Städte brachfallen. Derzeit seien hier rund 1,4 Prozent der Siedlungs- und Verkehrsflächen ungenutzt.
Stärkung der Innenstädte
Schrumpfung und Wachstum liegen räumlich immer häufiger eng beieinander. Selbst innerhalb einer Stadtregion gibt es Orte, die wachsen, und Orte, die abnehmen. Zu beobachten sei ein Trend zurück in die Stadt, so der Bericht. Unter der Überschrift „Was wir tun werden“ heißt es in dem Bericht u. a.: „Je attraktiver die Kernstädte werden, desto eher lässt sich die Ausdehnung der Siedlungen ins Umland eindämmen. Die Stadt der kurzen Wege ist ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll. Lebendige Innenstädte sind für die soziale Teilhabe der Menschen wichtig.“ Zum Thema „Wir werden weniger, älter und bunter“ verweist der Bericht auf den Fakt, dass heute etwa 15 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland leben, d. h. rund 20 Prozent der Bevölkerung. In den Ballungsräumen der Großstädte liegt der Anteil sogar bei bis zu 40 Prozent. Gleichzeitig wird die Bevölkerung immer älter: Das Durchschnittsalter von heute 43 Jahren wird 2050 auf 50 Jahre steigen, über 30 Prozent der Bevölkerung wird über 65 Jahre alt sein. Schwerpunkt der Stadtentwicklungspolitik in Deutschland seien deshalb: die Bewältigung des demographischen Wandels, Integration und sozialer Zusammenhalt. Der Deutsche Bundestag hatte die Bundesregierung 2005 aufgefordert, alle vier Jahre einen Stadtentwicklungsbericht vorzulegen.
weiter im VM 7/8 2009 auf Seite 33
