Energieeffiziente Prototypen

Verglasung mit integriertem saisonalen Sonnenschutz 


Dachüberstände, Vordächer oder Balkone sorgen architektonisch dafür, dass große Fensterflächen im Sommer nicht zu Überhitzungsproblemen führen. Andererseits sollen sie in der Heizperiode bei tief stehender Sonne solare Gewinne erzielen.
In einem Forschungsprojekt am Institut für Solarenergieforschung in Hameln (ISFH) werden jetzt Verglasungen entwickelt, bei denen der saisonale Sonnenschutz bereits integriert ist. Abhängig vom Sonnenstand sind sie für die solare Einstrahlung mehr oder weniger durchlässig. Die Forscher erreichen dies durch mikrostrukturierte Folien, deren Transmission stark vom Einstrahlungswinkel abhängt. Entsprechende Prototypen sind inzwischen verfügbar und werden auf Leistungsfähigkeit und Gebrauchstauglichkeit im realen Betrieb getestet. Die mikrostrukturierten Folien werden im Scheibenzwischenraum der Verglasungen eingespannt. Die Systeme können entweder als transparente Wärmedämmelemente vor massiven Wänden oder als transluzente Lichtelemente eingesetzt werden. Sie können sowohl bei Neubauten als auch für energetische Gebäudesanierungen eingesetzt werden.
Nach der ersten abgeschlossenen Projektphase stehen großformatige Prototypen (ca. 85 x 70 cm) zur Verfügung, die bis zum Sommer 2009 sowohl im Labor als auch in realen Gebäuden auf Leistungsfähigkeit und Gebrauchstauglichkeit untersucht werden. Die ersten experimentellen Ergebnisse bestätigen die viel versprechenden Simulationsrechnungen: Der Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) entspricht mit 0,6 W/ m²K dem einer Dreifachverglasung. Während der Gesamtenergiedurchlassgrad für direkte Strahlung (g-Wert) bei geringem Einstrahlwinkel 0,6 beträgt, reduziert er sich bei hohen Einstrahlwinkeln (im Sommer) auf 0,1.