Wohnungsunternehmen in Viersen, Stadt Viersen und RWTH Aachen

Praxisprojekt „Zukunft Wohnen“


Die Entwicklung eines zukunftsorientierten Leitbildes für den Viersener Stadtteil „Im Rahser“ war die Aufgabenstellung für Studierende an der RWTH Aachen im Rahmen des Praxisprojektes „Zukunft Wohnen“ 2009, das seit 2004 auf Initiative des VdW Rheinland Westfalen jährlich stattfindet.
Für die spezifischen Aufgaben der nachhaltigen Bestandsentwicklung geeigneten Nachwuchs an Planern und Architekten zu finden, war 2004 ein Anlass für den VdW Rheinland Westfalen an die Hochschulen in Nordrhein-Westfalen heranzutreten, um Kooperationsmöglichkeiten auszuloten. Die Architekturfakultät der RWTH Aachen hatte dieses Anliegen aufgegriffen und bietet seitdem jährlich in Zusammenarbeit mit wechselnden Wohnungsunternehmen in NRW, die dem VdW Rheinland Westfalen angehören, eine aktuelle Aufgabenstellung aus der Wohnungswirtschaft in der Lehre an. Unter dem Titel Praxisprojekt „Zukunft Wohnen“ kooperieren an der Fakultät die Lehrstühle für Wohnungsbau (Wohnbau), Planungstheorie und Stadtentwicklung (PT) sowie Städtebau und Landesplanung (ISL). Daneben ist auch das Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung und Bauwesen (ILS) als außeruniversitäre Forschungseinrichtung in NRW eingebunden. Diesjährige Partner im Rahmen des Projektes waren die Stadt Viersen, die Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft eG Viersen – gegründet 1900 – (GWG Stadt Viersen) sowie die VAB Viersener Aktien-Baugesellschaft AG. In dem wieder über ein Semester laufenden Entwurfsprozess wurden die Studierenden bei Exkursionen, Workshops und Präsentationen von den Projektpartnern begleitet, sodass ein enger Austausch über Herausforderungen, Ideen und Konzepte zwischen den Studierenden und den professionellen Vertretern der Projektpartner möglich war.
Als Projektgebiet wurde gemeinsam von allen Beteiligten der Stadtteil „Im Rahser“ am Rande der Viersener Innenstadt ausgewählt. Die städtebauliche Entwicklung des Stadtteils reicht bis in die zwanziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts zurück und lässt sich an Hand von unterschiedlichen Bautypen im Stadtbild ablesen. Das „Herzstück“ des Stadtquartiers bildet die Bebauung aus den 1920-Jahren mit vier integrierten Kleingartenanlagen, die als Denkmalbereich ausgewiesen wurde.
Im Rahmen der Aufgabenstellung war ein zukunftsorientiertes Leitbild für dieses Stadtquartier zu entwickeln. Das Spannungsverhältnis zwischen der Sicherung der vorhandenen baulichen und städtebaulichen Qualitäten und einer zeitgemäßen Entwicklung war ebenso Thema wie die mögliche Nachverdichtung der Freiräume in Abwägung mit deren qualitativer Aufwertung. Vor allem galt es, das Wohnungsangebot vor dem Hintergrund der derzeitigen demographischen und energetischen Anforderungen für zukünftige Bewohner attraktiv zu halten, ohne den besonderen Wert der Siedlung zu beeinträchtigen und die Lebenssituation der derzeitigen Bewohner und Bewohnerinnen aus den Augen zu verlieren. Eine Analyse diente allen Projektteilnehmern als Basis für die individuelle Ideen- und Konzeptfindung. Modernisierung, Umbau, Rückbau und Neubau waren mögliche Strategien, die jeweils das Zusammenspiel von nachfrageorientierter Qualität und kostengünstiger Realisierung berücksichtigen sollten. Die Bearbeitung der Aufgabe ließ verschiedene inhaltliche und räumliche Perspektiven zu. Im Rahmen des Praxisprojektes 2009 standen die Handlungsfelder nach frageorientierte Wohnqualität, die städtebauliche Situation und der Gebäudebestand im Vordergrund.  

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