Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung

Leerstandsrisiko im vermieteten Geschosswohnungsbestand bis 2025

 

In einem gesonderten Fachbeitrag beleuchtet das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) seine Wohnungsmarktprognose 2025 unter dem Aspekt des Leerstandsrisikos, da die Entwicklung der Leerstände als ein deutliches Zeichen des Wohnungsmarktwandels gesehen wird. Die BBSR-Wohnungsmarktprognose 2025 geht davon aus, dass ein zukünftiger Rückgang der Wohnflächennachfrage im vermieteten Geschosswohnungsbestand dort zu einem erhöhten Leerstandsrisiko führen wird. Dies geschieht, so die Autoren des BBSR, unabhängig davon, ob in der Region bereits Leerstand herrscht beziehungsweise in welchem Umfang die Mobilisierung von Bestandspotenzialen erfolgreich vollzogen wird. Die als Leerstandsrisiko interpretierten Nachfrageveränderungen stellten insofern nur Eckwerte der zukünftigen quantitativen Entwicklung dar.
Vor dem Hintergrund der strukturellen Nachfrageentwicklung sei vor allem im Bereich der vermieteten Geschosswohnungen in vielen Regionen von einem sich erhöhenden Leerstandsrisiko auszugehen: Zurückgehende Nachfragezahlen und die Präferenz nach Wohneigentum schwächten die Nachfrage nach Mietgeschosswohnungen langfristig. Zu anderen Teilmärkten, wie beispielsweise dem Ein- und Zweifamilienhaussegment, werden in der BBSR-Wohnungsmarktprognose 2025 keine Einstufungen vorgenommen. Zum einen seien hier keine besonders negativen Entwicklungen festzustellen, zum anderen werde die künftige Entwicklung möglicherweise deutlicher von Präferenzverschiebungen der Haushalte abhängen. Insgesamt zeige das zu erwartende Leerstandsrisiko im vermieteten Geschosswohnungsbestand ein hohes Niveau, wobei
auch hier die Entwicklungen regional unterschiedlich ausfallen. Insbesondere in Ostdeutschland, in altindustrialisierten Regionen Westdeutschlands, in Teilen Nord- und Ostbayerns sowie Niedersachsens sei die Leerstandsproblematik deutlich zu erkennen. Lediglich in einem Fünftel der Raumordnungsregionen sei angesichts einer zu erwartenden positiven beziehungsweise stagnierenden Entwicklung der Nachfrage nach Mietwohnungen im Mehrfamilienhaussegment von einem mittleren bis sehr geringen Leerstandsrisiko auszugehen. Bei den Regionen mit sehr geringem Risiko handelt es sich um die Millionenstädte Berlin, München, Hamburg und deren Umland sowie den Rhein-Sieg-Kreis. Verstädterte Regionen in Bayern, wie zum Beispiel Regensburg, Fürth, Nürnberg und Erlangen, die Regionen Stuttgart, Unterer Neckar (v. a. Mannheim, Heidelberg) und Mittlerer Oberrhein (v. a. Karlsruhe, Baden-Baden) in Baden-Württemberg, die Rhein-Main-Region mit Frankfurt und Wiesbaden in Hessen, Dortmund und Köln in Nordrhein-Westfalen und Bremen sind in der Kategorie geringes Risiko eingestuft.