Die dritte gemeinsam vom VdW Rheinland Westfalen und dem Paritätischen Wohlfahrtsverband Nordrhein-Westfalen durchgeführte Fachtagung am 11. November 2008 in Bochum fand wiederum großen Anklang und eine durchweg positive Resonanz. Kooperationspartner waren der Deutsche Mieterbund NRW, der Städtetag NRW sowie der Städte- und Gemeindebund NRW. Der SPD-Landtagsabgeordnete Günter Garbrecht, Vorsitzender des Ausschusses für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landtags NRW, richtete ein sehr politisches Grußwort an die Teilnehmer. Er stellte klar, dass es für ein Wohnen außerhalb von Heimeinrichtungen nicht mehr um das „Ob“, sondern nur noch um das „Wie“ gehe. Aus seiner Sicht gäbe es gute Wohnmodelle mit funktionierenden Netzwerkstrukturen dort, wo Wohnungsunternehmen mit ihren Beständen ansässig seien, z. B. in seiner Heimatstadt Bielefeld. Leider zeige die Landesregierung zu diesem Thema keine widerspruchsfreie Politik. Mehr Engagement zugunsten der Umsetzung von „ambulant vor stationär“ forderte Garbrecht u. a. von den Kommunen und den Pflegedienstleistern ein. Prof. Dr. Rolf Heinze, Ruhr- Universität Bochum, weitete den Blick auf gesellschaftliche Rahmenbedingungen, die ein Wohnen im Alter mit Wohlgefühl erschweren oder auch erleichtern können. Die in den letzten Jahren geschrumpfte „Armut im Alter“ werde zurückkehren. Da die Gefahr der Segregation in den Wohnvierteln bei den älteren Menschen mit Passivität und wachsendem Desinteresse einhergehe, sei vor allem die kommunale Politik gefordert. Technik für Senioren könne das Altwerden im Bestand absichern, aber nur im Verbund mit sozialen Dienstleistungen, stellte Heinze unmissverständlich klar. Sven Kuntze, der kürzlich mit dem Deutschen Fernsehpreis für seine Reportage „Alt sein auf Probe“ ausgezeichnet wurde, ließ die Teilnehmer an seinen Erfahrungen mit den verschiedenen Wohnformen im Alter, von der Wohngemeinschaft bis hin zum Wohnen im Heim mit einer lebendigen Schilderung seiner Beobachtungen teilnehmen. Ein Fazit der Fachtagung, in der auch drei thematische Workshops und eine Gesprächsrunde stattfanden, lautete, dass den älter werdenden und älteren Menschen nicht verordnet werden sollte, wo und wie sie zu wohnen haben.
Heinze: Was lassen die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zu?
Kamp: Beteiligung und Aktivierung von Bewohner/innen an der Stadtteilentwicklung
Körner: Mischung der Generationen im Quartier
Kuschnerenko: Altenhilfeplanung der Stadt Dorsten
Maaßen: Aktivierung von Nachbarschaft und freiwillig Engagierten im Quartier
Steinfurt: Wohnen im Alter im kleinstädtischen und ländlichen Raum