Rettet das Quartier!

Strategien zur Stabilisierung von Stadtquartieren

 

Die KommunalAkademie der Friedrich-Ebert-Stiftung hat die Studie „Rettet das Quartier! Von der Wohneigentumsanlage zum benachteiligten Stadtquartier – Arbeitshilfe zur Strategie der kommunalen Praxis“ veröffentlicht. Im Fokus der Studie stehen zwei Fragenkomplexe. Der erste, analytisch angelegte Komplex richtet sich auf die bisherige Entwicklung der Wohnungseigentumsanlagen in Deutschland. Der zweite Fragenkomplex nimmt die künftige Entwicklung der Anlagen in den Blick und richtet sich auf die mittelfristigen Perspektiven der Anlagen sowie die Steuerungsinstrumente zur Umsetzung quartiersorientierter Handlungsansätze. Ziel der Studie ist es, anwendungsorientierte Vorschläge für grundlegende Strategien und Steuerungsinstrumente zur möglichen Stabilisierung der Wohnungseigentumsanlagen zu erarbeiten. Der Autor der Studie, Dr. Jost Bartkowiak, stellt drei Strategien für den aktiven Umgang mit Wohnungseigentumsanlagen in gefährdeten Stadtquartieren vor.

 

Stabilisierung durch Aufwertung

Die Strategie geht davon aus, dass einzelne Wohnungseigentumsanlagen unter bestimmten Bedingungen als sozial weitgehend stabile Anlagen erhalten und zu auf dem städtischen Wohnungsmarkt konkurrenzfähigen und nachhaltigen Gebieten entwickelt werden können. Ein soziales Abgleiten soll verhindert werden. Dazu erfolgen qualitative Aufwertungen des Wohnungsbestandes und des Wohnungsumfeldes sowie einzelne Rückbauten, um städtebauliche Missstände zu beseitigen.

 

Stabilisierung durch Schrumpfung

Die Strategie der Stabilisierung durch Schrumpfung greift die im gesamtstädtischen Zusammenhang stehende Notwendigkeit zur Reduzierung des Wohnungsbestandes auf und versucht, diese positiv für die Wohnungseigentumsanlage zu nutzen. Viele Probleme der Anlagen erfahren ihre besondere Dynamik und Dramatik durch die Größe, Lage und Massivität. In der deutlichen Bestandsreduzierung liegt somit die Chance, Problemkonzentration abzubauen und stabilisierend Einfluss zu nehmen.

 

Rückzug

Die Rückzugsstrategie geht davon aus, dass es in den betroffenen Städten dramatische Situationen gibt, die dazu zwingen, bisherige Wohneigentumsanlagen in absehbarer Zeit ganz oder nahezu vollständig aufzugeben. Es kann im Sinne der Stadtentwicklung sinnvoll sein, den Abriss von Wohnungen räumlich zu konzentrieren, um ein Auseinanderfallen der Stadt/des Stadtteiles, das Entstehen von „Löchern“ im Stadtgefüge zu verhindern.

Direktdownload der Studie

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