Schwerpunktthema Ehrenamtsmanagement

EhrenamtWenig Geld, wenig Ehr? Wie Freiwilligenarbeit trotzdem funktioniert

 

Gute Nachbarschaften zeichnen sich nicht zuletzt durch ein hohes ehrenamtliches Engagement der Mieter aus. Doch dieses Engagement lässt sich nicht verordnen, um gute Nachbarschaften zu erschaffen. Gefragt ist kluges Ehrenamtsmanagement.
Eine gute Nachricht vorweg: Laut dem dritten Freiwilligensurvey der Bundesregierung missachten 37 Prozent der Deutschen einen Rat von Wilhelm Busch. Das ist deshalb eine gute Nachricht, weil Wilhelm Busch in der gemeinten Lebenshilfe dringend von der Übernahme eines Ehrenamts abrät. „Willst Du froh und glücklich leben, lass kein Ehrenamt Dir geben!“, schrieb Busch in seinem, allerdings wohl ironisch gemeinten, Gedicht „Ehrenamtlich“. 37 Prozent der Deutschen missachten nun also diesen Rat – genauso hoch nämlich ist laut Freiwilligensurvey das Potenzial für freiwilliges Engagement in Deutschland, 23 Millionen Menschen engagieren sich auf diese Weise. Das Ehrenamt ist integraler Bestandteil eines funktionierenden Allgemeinwesens, ob auf Quartiersebene oder darüber. Das gilt nicht nur für Genossenschaften, deren Selbstverwaltung ohne Ehrenamt nicht möglich wäre.
2011 ist das „Europäische Jahr der Freiwilligentätigkeit zur Förderung der aktiven Bürgerschaft“, was der VdW südwest an seinem Verbandstag, als auch der VdW Rheinland Westfalen in Zusammenarbeit mit dem VdW südwest mit dem „Marktplatz Wohnungsgenossenschaften“ zum Anlass nahm, das Thema auf die Agenda zu setzen. Denn, so wichtig ehrenamtliches Engagement gerade für Wohnungsunternehmen auch ist, so groß auch die volkswirtschaftliche Bedeutung ist, es entsteht nicht aus dem Nichts und ist schon gar kein Selbstläufer. Motivation muss immer wieder neu entfacht werden. Wie dies gehen kann, schildert ein Bericht der Freien Scholle Bielefeld. Es ist auffällig, dass freiwillige Arbeit immer öfter projektbezogen organisiert wird. Dies trägt dem Umstand Rechnung, dass der innere Antrieb zu freiwilligem Engagement häufig weniger altruistischem Denken, als dem Wunsch nach Selbstverwirklichung und Gestaltungswillen entspringt. Dieser Antrieb muss ernstgenommen und in die richtigen Bahnen gelenkt werden. Und die Anerkennung für die geleistete Arbeit darf nicht zu kurz kommen. Gleichzeitig wird freiwillige Arbeit nicht im rechtsfreien Raum geleistet. Steuerrechtliche und andere gesetzliche Vorschriften müssen beachtet werden, soll das ehrenamtliche Engagement dauerhaften Bestand haben.

Download gesamter Bericht