GEWO und Stadtwerke Speyer ausgezeichnet

Deutscher Energiekonzeptpreis e-coco 2008 geht nach Rheinland-Pfalz 

 

Speyer hat erneut die Nase vorn in einem bundesweit ausgeschriebenen Wettbewerb. Preisträger des Deutschen Energiekonzeptpreises „e-coco 2008“ ist das Energiekonzept „Baugebiet am Mausbergweg“ in Speyer, an dem die GEWO Gemeinnützige Wohnungs- und Siedlungsbau GmbH beteiligt ist.
Die Jury war sich einig, dass dieses Konzept nicht nur in vorbildhafter Weise regenerative Energien in die Entwicklung eines Wohngebietes auf einer ehemaligen Brache integriert, sondern durch die Integration eines Mehrtagespeichers eine kostengünstige Variante zur Pufferung von Schwankungen realisiert und ein architektonisch sowie gesellschaftlich wertvolles Wohngebiet entwickelt hat. Das Baugebiet am Mausbergweg auf dem Gelände des ehemaligen Schlachthofs in Speyer wurde 2001 vom Land Rheinland-Pfalz im Rahmen des experimentellen Wohnungs- und Städtebaus als Modellvorhaben für kinder- und familienfreundliches Bauen ausgewählt. Die Anlage ist als weitestgehend autofreies Wohnquartier konzipiert, wobei die PKW-Stellplätze jeweils in nahen Quartiersgaragen untergebracht sind. Die Dächer der Garagen wie auch vier Carports wurden mit Kollektoren ausgestattet. Sämtliche Kollektoranlagen bestehen aus kostengünstigen großflächigen Kollektordachelementen.
Für das jetzt preisgekrönte Konzept wurde 2001 ein integrales Energiekonzept erstellt. Ziel ist es, den wesentlichen Wärmebedarf über Solarenergie abzudecken. Die wesentlichen Bestandteile sind die Unterschreitung der Grenzwerte nach der EnEV 1 um 15 Prozent, der Einsatz von thermischer Solarenergie und eine Niedrigtemperatur-Wärmeversorgung. Das Konzept berücksichtigt neben technischen und wirtschaftlichen auch ökologische Aspekte. So wurden Gebäude als Niedrigenergiehäuser errichtet, deren Anbindung an die Nahwärmeversorgung für die Bauherren verpflichtend war. Das Nahwärmenetz ist auf der Basis von Niedrigtemperatur ausgelegt.
Der Deutsche Energiekonzeptpreis „e-coco 2008“ (energy – consider new concepts) wurde von der Fakultät Raumplanung der Universität Dortmund erstmals ausgeschrieben und steht unter der Schirmherrschaft der NRW-Landtagspräsidentin Regina van Dinther. Die Preisverleihung nahm der Landtagsabgeordnete der Grünen Reiner Priggen vor, der Vorsitzende der Enquetekommission des NRW-Landtags zu den Auswirkungen längerfristig stark steigender Preise von Öl- und Gasimporten auf die Wirtschaft und die Verbraucherinnen und Verbraucher in Nordrhein-Westfalen. Der Preis wurde bei der Jahrestagung „Alternative Energieversorgung in der kommunalen Praxis“ des Informationskreis für Raumplanung e. V. (IfR) am 20. Juni 2008 in Dortmund verliehen.