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Schwerpunktthema Denkmalschutz
Wie modern darf ein Denkmal sein? Das Sanieren mit Kompromissen
Der Widerspruch ist bereits in der Aufgabenstellung angelegt: ein Denkmal modernisieren. Wie modern darf ein Denkmal werden, damit es noch ein Denkmal ist? Welches Material darf verwendet, wie viel Energie kann unter diesen Bedingungen noch eingespart werden? Bei der Sanierung eines Denkmals sind Kompromisse unumgänglich. Von der Energieeinsparverordnung sind historische Gebäude zwar ausgenommen, ihre Energieeffizienz kann man trotzdem verbessern.
Denkmale sind seit Oktober 2009 von der Energieeinsparverordnung (EnEV) ausgenommen. Eigentümer, Bauträger und Investoren haben somit die Wahl. Sie können selbst entscheiden, ob sie bei der Modernisierung von denkmalgeschützten Immobilien auch energetische Gesichtspunkte berücksichtigen oder nicht. Wenn sie sich für eine energetische Modernisierung entscheiden, stehen auch ihnen vielfältige Möglichkeiten offen – von der Wärmepumpe bis zur Solaranlage. Dass Unternehmen selbst entscheiden können, ob sie ein Denkmal energetisch sanieren oder nicht, ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Denn bezogen auf das Gesamtvolumen an Immobilien bestehen bei Denkmalen kaum nennenswerte Einsparpotenziale: Denkmalgeschützte Objekte machen nur etwa drei Prozent des gesamten Gebäudebestands in Deutschland aus. Zudem bedürfen Denkmale aufgrund ihrer historisch einmaligen Gebäudesubstanz immer einer individuellen Betrachtung. So muss im Einzelfall genau abgewogen werden, welche baulichen Maßnahmen sich für das jeweilige Gebäude überhaupt eignen – und welche den Baukörper gefährden oder das äußere Erscheinungsbild beeinträchtigen.
Starre Vorgaben zum künftigen noch zulässigen Energieverbrauch sind dabei oft hinderlich. Ein Beispiel: Für die Außenwände von Bestandsimmobilien verlangt die aktuelle EnEV einen Wärmedurchgangskoeffizienten von 0,24 Watt je Quadratmeter und Kelvin. In der Regel versucht man, diesen Wert über eine effiziente Außendämmung zu erreichen – oft mit fatalen Folgen für das Erscheinungsbild. Denn viele historische Stuck- und Klinkerfassaden verschwinden derzeit unter Stryroporverkleidungen und Putz, und selbst der Nachbau der Fassade kann den ursprünglichen Eindruck nicht wieder herstellen. Klinkerimitate wirken manchmal peinlich und auch neuerer Stuck ist oft gewöhnungsbedürftig. Denkmale sind von solchen Maßnahmen geschützt. Denn eine Außendämmung wird von den zuständigen Denkmalbehörden in der Regel nicht genehmigt, weil sie das äußere Erscheinungsbild massiv beeinträchtigt. Doch welche Alternativen gibt es und vor allem, welche gelebte Praxis finden wir in der Wohnungswirtschaft vor?
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