Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung

Wachstums- und Beschäftigungswirkungen des Investitionspaktes im Vergleich zur Städtebauförderung

 

Die Städtebauförderung hat beachtliche volkswirtschaftliche Effekte, die über das eigentliche Ziel der städtebaulichen und sozialraumorientierten Erneuerung hinausgehen. Die Forschungsergebnisse zeigen, dass der integrierte und gebietsbezogene Ansatz der Städtebauförderung gegenüber einer spezifischen Projektförderung erheblich größere Wirkungen erzielt. Ziel dieses Forschungsprojektes war es, die ökonomischen Wirkungen der Städtebauförderung des Bundes und der Länder sowie des Investitionspaktes zur energetischen Sanierung von Schulen, Kindergärten, Sportstätten und sonstiger sozialer Infrastruktur in den Kommunen zu ermitteln. Im Fokus standen dabei die ökonomischen Effekte, die in der unmittelbaren Umsetzungsphase städtebaulicher Maßnahmen und des Investitionspaktes entstehen.
Die Ergebnisse der Fallstudien dokumentieren eine eindrucksvolle wirtschaftliche Bilanz bezüglich der Bündelungs- und Anstoßeffekte in den untersuchten Gebieten. Ausgehend von der Städtebauförderung von Bund und Ländern lässt sich aus der Erhebung der 50 Fallbeispiele ableiten, dass über alle Programme der Städtebauförderung (das heißt ohne Aktive Stadt- und Ortsteilzentren) hinweg ein gewichteter Bündelungseffekt von 2,6 und ein gewichteter Anstoßeffekt von 4,5 ermittelt werden kann. Unter der Annahme, dass die Städtebauförderung von Bund und Ländern den Einsatz der übrigen öffentlichen Mittel nach sich zieht, werden bei einer Förderung von Bund und Land von einem Euro durchschnittlich 7,10 Euro aus öffentlicher und privater Hand (darunter auch der kommunale Eigenanteil für Städtebauförderungsmaßnahmen) in einem Fördergebiet investiert. Der Effekt eines Euro an allen gebündelten öffentlichen Mitteln, das heißt sowohl der Städtebauförderung als auch anderer Quellen, beträgt das 1,7 fache an privaten Investitionen.
Einen überdurchschnittlichen Bündelungseffekt zeigen die Programme Städtebauliche Sanierungs- und Entwicklungsmaßnahmen und Soziale Stadt. Dies unterstreicht den Erfolg der Programme, die ausdrücklich auf einen integrierten und gebündelten Einsatz öffentlicher Mittel in den Programmgebieten abzielen. Ein weit überdurchschnittlicher Anstoßeffekt wurde für die Stadtumbauprogramme (Ost und West) ermittelt. Die Effekte der Städtebauförderung auf die Bruttowertschöpfung, das Steueraufkommen und die Sozialversicherungen sind ebenso sehr positiv. So resultiert aus einer Million Euro Fördermitteln von Bund und Land eine Bruttowertschöpfung zwischen ca. fünf Millionen und 11,8 Million Euro. Bezogen auf die Sozialversicherungen entstehen je eingesetzter Million Euro Bund- und Länderförderung ein Aufkommen für die Sozialversicherungen zwischen knapp einer Millionen und 2,2 Millionen Euro. Die Steuereinnahmen belaufen sich je Million Euro an investierten Städtebaufördermitteln von Bund und Ländern zwischen 877.000 und zwei Millionen Euro. Diese damit verbundenen Wachstums- und Beschäftigungseffekte sind in der Summe beeindruckend. Dabei beziehen sich die ermittelten Effekte nur auf die unmittelbare Umsetzungsphase der Städtebauförderung. Längerfristige positive Folgen aus der städtebaulichen Entwicklung der Gebiete, gesamtstädtische Wirkungen oder der Qualifizierung von Erwerbsfähigen im Kontext der Sozialen Stadt wären noch hinzuzurechnen.

Direktdownload der BMVBS-Online-Publikation 13/11

www.bbsr.bund.de