Mieterkommunikation

Erfolgsfaktor bei Sanierungsprojekten

 
„Das Thema Mieterkommunikation ist eine der zentralen Herausforderungen für die Wohnungswirtschaft.“ Das betonte Dr. Rudolf Ridinger, Verbandsdirektor des VdW südwest, anlässlich der Fachtagung „Mieterkommunikation bei Sanierungsprojekten“ in Mühlheim am Main. Die Kommunikation mit Mietern werde zunehmend wichtiger, da sich sowohl die Ansprüche der Mieter an die Wohnungsunternehmen wie auch die Mieterstrukturen an sich verändern, stellte Ridinger fest. Das zeige sich beispielweise daran, dass immer weniger Mieter eine enge Verbindung zu ihrem Wohnungsunternehmen aufbauten. „Alte Strukturen, in denen Großeltern, Eltern und Kinder bei einem bestimmten Unternehmen wohnen, sind heute deutlich weniger ausgeprägt als vor 30 oder 40 Jahren“, betonte er.
 Zudem könne man feststellen, dass gerade bei jüngeren Mietverhältnissen die durchschnittliche Verweildauer immer kürzer wird, erklärte Ridinger. Jeder Mieterwechsel bringe aber auch für ein Wohnungsunternehmen Belastungen. Die dauerhafte Bindung der Mieter an das Wohnungsunternehmen müsse deshalb schon alleine betriebswirtschaftlich ein zentrales Unternehmensziel sein. Zudem könne mit einer Mieterkommunikation weiteren Belastungen entgegengewirkt werden. Hierzu zählte er vor allem die Reduktion von Nachbarschaftsstreitigkeiten, bei denen die Wohnungsunternehmen immer mehr in die Rolle eines „Ordnungsamtes“ gedrängt würden.
Eine besonders wichtige Rolle spiele die Mieterkommunikation bei Sanierungsprojekten, so Ridinger. In der Vergangenheit hätten viele Wohnungsunternehmen vor allem bei der Sanierung in bewohntem Zustand zurückgeschreckt. Damit hätten diese aber vielfach die Modernisierungsmaßnahmen nur verschoben, obwohl deren Dringlichkeit immer weiter anwachse. „Wir haben festgestellt, dass die Unternehmen deshalb zurückschrecken, weil sie Probleme mit den Mietern befürchten“, unterstrich Claus-Peter Kolbe, Prokurist der BBP Bauconsulting mbH aus Berlin, die bundesweit Sanierungsprojekte plant und umsetzt. Seine Erfahrung zeigten eindeutig, dass viele Problemfelder durch zielgerichtete Mieterkommunikation nachhaltig entschärft werden können.
 Wie erfolgreich ein Sanierungsprojekt in bewohntem Zustand umgesetzt werden kann, zeigt ein Praxisbeispiel aus Mühlheim am Main, bei dem insgesamt 176 Wohnungen in bewohntem Zustand energetisch saniert wurden. „Aus unserer Sicht hat sich dabei gerade die Zusammenarbeit mit externen Spezialisten gelohnt“, stellte Ralf Petzold, Geschäftsführer der Wohn- Bau Mühlheim am Main GmbH fest. Für das Unternehmen seien so deutlich weniger Kosten entstanden. Gerade in einem Sanierungsprojekt müssten neben den Mietern auch Mitarbeiter und externe Dienstleister frühzeitig einbezogen werden. „Unbedingt beachten sollten Wohnungsunternehmen dabei, dass erfolgreiche Kommunikationsstrukturen nicht von einem Tag auf den anderen aufgebaut werden können“, betonte Detlef Hans Franke, Geschäftsführer der FuP Management GmbH aus Frankfurt. So müssten gerade Kontakte zu Journalisten bereits weit vor einem anstehenden Sanierungsprojekt aufgebaut und kontinuierlich gepflegt werden. Weitere Informationen:

Öffnet einen externen Link in einem neuen Fensterwww.wohnbau-muehlheim.de