Latente Steuern

GdW-Standard, Bilanzierung latenter Steuern bei Wohnungsunternehmen, März 2011

 

Die Bilanzierung latenter Steuern nach handelsrechtlichen Vorschriften im Einzel- und Konzernabschluss ist durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) neu geregelt worden. Im März 2011 ist der GdW Standard „Bilanzierung latenter Steuern bei Wohnungsunternehmen“ – GdW-Rechnungslegungsstandard der Konferenz der Prüfungsdirektoren, veröffentlicht worden. Der GdW Standard erläutert die wesentlichen Vorschriften und befasst sich mit Einzelfragen zum Ansatz, zur Bewertung, zum Ausweis und zu den Anhangangaben von latenten Steuern bei Wohnungs- und Immobilienunternehmen. Darüber hinaus enthält er eine Fallstudie zur Berechnung der latenten Steuern. In einer Anlage des Standards werden durch IDW RH IFA 1.001 die Besonderheiten der Bilanzierung von latenten Steuern bei ehemals gemeinnützigen Wohnungsunternehmen in Folge der Teilwertaufstockung nach § 13 KStG i. d. F. des Steuerreformgesetzes 1990 dargestellt. Nach dem BilMoG wird im Interesse einer transparenten und umfassenden Darstellung der latenten Steuern

  • von der bisherigen GuV-orientierten Darstellung auf das bilanzorientierte Konzept zur Ermittlung der Unterschiedsbeträge zwischen Handels- und Steuerbilanz umgestellt und
  • es erfolgt eine Neuregelung für die Berücksichtigung der Verlustvorträge bei der Berechnung der latenten Steuern.

Nach § 275 a Nr. 5 HGB werden kleine Kapitalgesellschaften i. S. d. § 267 Abs. 1 HGB von der Abgrenzung latenter Steuern befreit. Vermietungsgenossenschaften verfügen gemäß § 5 Abs. 1 Nr. 10 KStG über einen umfangreichen steuerbefreiten und einen geringen partiell steuerpflichtigen Geschäftskreis. Für den steuerbefreiten Geschäftskreis stellt sich die Frage der Steuerabgrenzung gemäß § 274 HGB nicht. Insoweit gelten die Grundsätze der latenten Steuerabgrenzung für Vermietungsgenossenschaften begrenzt auf den partiell steuerpflichtigen Geschäftskreis.

vollständiger Artikel als Download