
Wohnungswirtschaft aktuell
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Wohntrends 2020
Entwicklung einer Zahlungsbereitschaft für zusätzliche Dienstleistungen
Noch bevor der GdW die bundesweite Studie „Wohntrends 2020“ Anfang September in Berlin vorstellte, hat der VdW südwest, der sich an der Auftragsvergabe für die Studie beteiligt hatte, die hessischen Ergebnisse in einer Veranstaltung am 20. August 2008 in Frankfurt zur Diskussion gestellt. Referent war Prof. Dr. Volker Eichener, InWIS (Bochum), das neben dem Hamburger Institut Analyse und Konzepte die Erhebung der Daten und deren Auswertung vorgenommen hatte.
Die Studie belegt den Wandel der Wohnbedürfnisse und dabei vor allem die Vielfalt der Nachfragergruppen. Nach Auffassung von Eichener seien viele der Befragten bereit, mehr Miete für Wohnungen zu zahlen, wenn diese noch mehr ihren Bedürfnissen angepasst werden. Wichtig seien dabei nicht nur die Ausstattungsmerkmale, sondern vor allem auch das Wohnumfeld. Die Studie, die auch allen der „GdW-Familie“ angeschlossenen Mitgliedsunternehmen zur Verfügung gestellt wird, macht aber auch Defizite bei der Zahlungsbereitschaft für besser ausgestattete Wohnungen aus. So sei lediglich bei zwei bis drei Prozent der Mieter eine Bereitschaft zur Zahlung einer höheren Kaltmiete festzustellen, wenn die Wohnungen energetisch saniert werden. Dieser Befund liegt damit genau im Gegensatz zu der aktuellen politischen Diskussion.
Besonders intensiv wurde bei der Veranstaltung die Zahlungsbereitschaft für besondere Ausstattungen und zusätzliche Dienstleistungen diskutiert. Eichener stellte dabei die These auf, dass in der Wohnungswirtschaft – ähnlich wie etwa in der Automobilindustrie – eine Entwicklung zukünftig prägend sein könnte, die durch Basisangebote und zahlreiche Zusatzangebote gekennzeichnet ist. Mehrere Vertreter von Wohnungsunternehmen berichteten allerdings, dass die Nachfrage nach zusätzlichen Dienstleistungen in der Praxis sehr gering ausfalle. Als zentraler Grund hierfür wurde angeführt, dass viele Mieter mit der Miete alle Leistungen abgedeckt sehen. Vor allem jüngere Haushalte könnten allerdings eine Trendumkehr bewirken, da sie die Auswahl aus differenzierten Angeboten aus vielen Bereichen, so etwa aus dem Bereich der Telefonie, kennen und auch nutzen. Einig waren sich allerdings die Teilnehmer, dass die Studie eine gute Grundlage für unternehmerische Entscheidungen bildet. Besonders hilfreich wurden dabei die Analyse der Nachfragergruppen und deren voraussichtliche Entwicklung angesehen.
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