Fachtagung am 1. Dezember 2009 in Mainz

Neue Wohnformen und Teilhabe - Plädoyer für Wohnqualität im Alter

 

Qualitätsvolles Wohnen für ein langes Leben benötigt auch eine gute Vernetzung vieler Akteure. Bereits zum zweiten Mal führten deshalb die wohnungswirtschaftlichen Verbände VdW Rheinland Westfalen und VdW südwest gemeinsam mit dem Ministerium der Finanzen und dem Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen des Landes Rheinland-Pfalz am 1. Dezember 2009 in Mainz eine Fachtagung zum Thema „Wohnen im Alter“ durch. Über 140 Teilnehmer zeigten ihr großes Interesse. Ein aktueller Anlass war der schon weit gediehene Stand der parlamentarischen Beratungen des Entwurfes für ein neues rheinland-pfälzisches Wohnformen- und Teilhabegesetz. „Zeitlich gut platziert“ sei die Tagung, so die Referentin Uta Becker vom Sozialministerium. Am 9. Dezember 2009 wurde der Gesetzentwurf im Landtag abschließend beraten, wobei einige Anregungen und Bedenken aus den vorangegangenen Anhörungen in Form von Änderungsanträgen eingearbeitet waren. Zum 1. Januar 2010 ist das Gesetz in Kraft getreten. So vielseitig die Wohnwünsche für ein würdiges und selbstbestimmtes Wohnen im Alter sind, so vielseitig sollten auch die Wohnformen sein und individuell gestaltet werden können. Um die Vielfältigkeit auch im Alter leben und wohnen zu können, bedarf es u. a. einer umfassenden wie auch in die Fläche gehenden Beratung der Menschen als Verbraucher wie auch der Bauherren und der sozialen Dienstleister. Zu diesem Themenkomplex informierte Stefanie Adler von der Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros mit der Vorstellung des Modellprojektes Kompetenznetzwerk Wohnen „Neue Formen der mobilen Beratung“. Es schlossen sich drei Praxisberichte über Projekte an, die anschaulich über bereits gelebte neue Wohnformen von ambulant betreuten Wohngemeinschaften bis hin zum Wohnen mit unterstützender intelligenter Technik informierten. In all diesen Projekten kooperieren Wohnungsgesellschaften mit sozialen Dienstleistern. Die anschließend von Dr. Rudolf Ridinger, Verbandsdirektor des VdW südwest, moderierte Gesprächsrunde stand unter dem Motto „Wohnen im Alter – Anspruchsvolle Aufgabe für Kooperationen vieler Akteure“. Sozialministerin Malu Dreyer, Finanzminister Dr. Carsten Kühl, Christof Henn, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft rheinland-pfälzischer Wohnungsunternehmen, und Prof. Dr. Annette Spellerberg, Universität Kaiserslautern, diskutierten über Wohnwünsche älterer Menschen und von Menschen mit Behinderungen, über die Frage, wie sich Mengeneffekte jenseits von Nischenprodukten für die anwachsende Zielgruppe erzielen lassen sowie über neue Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten, z. B. zur Stärkung von Nachbarschaftshilfe. Minister Dr. Kühl machte dabei deutlich, dass sich sein Ministerium als Dienstleister für andere Ressorts verstehe und er seine Förderprogramme auch für neue Wohnformen und innovative Wege offen halte. Sozialministerin Malu Dreyer stimmte dem Anliegen der Wohnungswirtschaft zu, dass generationenübergreifendes Wohnen auch in Form neuer Quartiersgestaltungen gelingen kann. Sie dankte den wohnungswirtschaftlichen Verbänden für die erneute Initiierung und gemeinsame Durchführung der Fachtagung. Die Wohnungswirtschaft in Rheinland-Pfalz sei ein verlässlicher Gesprächspartner und gefragter Akteur.