Kommunikatives Wohnen

Herausforderungen und Antworten der Wohnungswirtschaft

 

Die Kommunikation mit Bewohnern und potenziellen Wohnungsinteressenten gewinnt zunehmend an Bedeutung für die Entwicklungspotenziale von Wohnungsunternehmen. Durch das veränderte Mediennutzungsverhalten ergeben sich dabei auch neue Gestaltungsmöglichkeiten. Noch vor wenigen Jahren wäre die Antwort auf die Frage „Wie können wir unsere Klientel am besten erreichen?“ eindeutig ausgefallen: Natürlich über Wohnungsanzeigen in Tageszeitungen. Heute lässt sich diese Frage nicht mehr so leicht beantworten. Nicht nur die technischen Kommunikationsmöglichkeiten haben sich rasant verändert, sondern auch die Gesellschaft selbst befindet sich mitten in einem Wandlungsprozess. Neben Experten aus der beratenden Wissenschaft haben Anbieter moderner Kommunikationsdienstleistungen ihre Lösungsansätze vorgestellt, und darüber hinaus berichteten verschiedene Unternehmen der Wohnungswirtschaft über ihre Erfahrungen, die sie bereits mit innovativen Kommunikationsstrategien gesammelt haben.

Dass die Unternehmen der Wohnungswirtschaft in den kommenden Jahren und Jahrzehnten mit einem grundlegenden Wandel ihrer Mieterstruktur rechnen müssen, ist bekannt. Nicht nur die prognostizierte demografische Entwicklung weist auf diesen Umstand hin, auch die Lebensentwürfe haben sich stark verändert. Die Anzahl der „Brüche“ in den Biografien hat sich bereits stark erhöht und wird weiter steigen. Die Statistiken belegen, dass immer weniger Menschen ihr gesamtes Arbeitsleben lang den gleichen Beruf im gleichen Unternehmen am gleichen Ort ausüben.
Doch nicht nur im Berufs-, sondern auch im Privatleben hat sich längst ein grundlegender Wandel vollzogen. Die glückliche „Rama-Familie“ mit Vater, Mutter und zwei Kinder gibt es fast nur noch in der Werbung. Immer weniger Partnerschaften und Ehen halten ein Leben lang. Familien trennen sich und setzen sich zu so genannten „Patchworks“ neu zusammen. Auch die Zahl der Single-Haushalte steigt. Die Wohnungswirtschaft ist davon direkt betroffen, da jeder „Bruch“ häufig einen Wohnungswechsel nach sich zieht.
„Die Zeiten, in denen Mieter vierzig, fünfzig oder noch mehr Jahre in derselben Wohnung gelebt haben, werden bald der Vergangenheit angehören“, sagte der Vorstandssprecher des VdW südwest, Rudolf Ridinger. Die Wohnungswirtschaft müsse sich auf die veränderte Mieterschaft und eine deutlich niedrigere Verweildauer einstellen. Um aktuelle Mieter möglichst lange an das Unternehmen zu binden und um potentielle neue Mieter zu erreichen, muss die Wohnungswirtschaft ihre Angebote der künftigen Nachfrage anpassen – gleichzeitig wird die Bedeutung der Kommunikation stark steigen.
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