Tagung "Wohnen im Alter"

"Wohnungswirtschaft, Sozialdienstleister und Nutzer kommen zusammen" und verabschieden "Dortmunder Erklärung" zu neuen Wohnformen im Alter

 

Die große Resonanz - über 180 Teilnehmer folgten der Einladung am 14. November 2006 ins Reinoldinum in Dortmund - zeigt, dass die Veranstalter der Tagung - der Paritätitische Wohlfahrtsverband NRW, der Deutsche Mieterbund NRW und der VdW Rheinland Westfalen - mit der Programmgestaltung richtig lagen.

Dass der Bedarf an differenzierten Wohn-, Betreuungs- und Pflegeangeboten angesichts der demographischen Entwicklung stark steigt, hat in der Fachöffentlichkeit keinen "News-Wert" mehr. Wichtig ist vielmehr, auf eine noch engere Kooperation der wesentlichen Akteure Wohnungswirtschaft, Sozialdienstleister und Nutzer hinzuwirken. Schließlich profitieren alle davon, wenn ältere, hilfe- und auch pflegebedürftige Menschen so lange wie möglich in ihrer angestammten Wohnung oder zumindest im vertrauten Umfeld, sprich im Quartier, verbleiben können. Die Veranstalter unterstrichen diese Zielsetzung, "verstärkt innovative und nutzerfreundliche Wohnmodelle für ältere Menschen" zu schaffen, durch die Verabschiedung der "Dortmunder Erklärung: Gemeinsam neue Wohnformen im Alter fördern". Die Angebotsvielfalt reicht von Mehr-Generationen-Projekten über Pflegewohngemeinschaften bis hin zum klassischen Betreuten Wohnen. Dies sei auch der Förderschwerpunkt des Landes Nordrhein-Westfalen, sagte Günter Kozlowski, Staatssekretär im Ministerium für Bauen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, in seinem Beitrag.

Als "good practice" stellten Georg Potschka, Vorstand der Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft Ehrenfeld eG, Köln, Jürgen Kreft, Architekturbüro Franken + Kreft, und Erika Fehring, Zu Huss e. V., das Projekt Jakob-Schupp-Straße in Köln-Ehrenfeld vor. Uwe Davidsohn, Prokurist der VBW Bauen und Wohnen GmbH, Bochum, und Michael Schreiber, Geschäftsführer der FuK Familien- und Krankenpflege, Bochum, berichteten über ihre Zusammenarbeit beim Quartiersentwicklungsprojekt "Dorstener Straße" in Bochum-Hamme. Als Einstieg hatte Prof. Dr. Dr. hc. Bernhard Müller, Leiter des Leibniz-Institutes für ökologische Raumentwicklung e.V., Dresden, die Frage beantwortet "Die Gesellschaft wird älter - was kommt auf uns zu?". Prof. Dr. Volker Eichener, InWIS Bochum, appellierte schließlich an die Teilnehmer, "gängige Klischees" zu verlassen, indem er u. a. den Blick nach Großbritannien und in die USA wagte und einige der dortigen Trends erörterte.