Tagung am 10. Mai 2010 in Frankfurt

Kraft-Wärme-Kopplung in der Wohnungswirtschaft

 

In Kooperation mit dem Energiereferat der Stadt Frankfurt a. M. und der Wirtschaftsförderung Frankfurt hat der VdW südwest am 10. Mai 2010 in Frankfurt einen Workshop zur Kraft-Wärme- Kopplung (KWK) in der Wohnungswirtschaft durchgeführt. Knapp 100 Teilnehmer stehen dafür, dass das Thema für die Wohnungswirtschaft hochaktuell ist. Durch die gleichzeitige Produktion von Wärme und Strom haben KWK-Anlagen einen Gesamtwirkungsgrad von über 90 Prozent. Demgegenüber gehen bei der Stromproduktion in Großkraftwerken 60-70 Prozent der eingesetzten Energie verloren.

 

CO2-Einsparungen von 106.000 Tonnen sind möglich

Hochrechnungen des Energiereferates der Stadt zeigen, dass im Wohnungsbau in Frankfurt ein wirtschaftliches Potenzial von 40 MW elektrischer Leistung für dezentrale KWK-Anlagen vorhanden ist. Die damit verbundenen Einsparungen von CO2 liegen bei über 106.000 Tonnen. „Diesen Beitrag zu den Klimaschutzzielen der Stadt können wir gut gebrauchen“, sagt Paul Fay vom Energiereferat, denn die Stadt hat sich zum Ziel gesetzt, jährlich 140.000 Tonnen der schädlichen Treibhausgase zu reduzieren. Noch mehr CO2 lässt sich sparen, wenn die Anlagen mit Bio-Erdgas oder Rapsöl betrieben werden. Dann ist auch die gesetzliche Förderung besonders hoch. Dies und noch mehr zum Thema Grundlagen und Förderung von KWK hat der Einleitungsvortrag von Gerd Prohaska aus dem Energiereferat verdeutlicht. Insbesondere die Tatsache, dass schon Liegenschaften ab zehn Wohneinheiten hervorragend für diese Effizienztechnik geeignet sind, hat die meisten Teilnehmer verblüfft.

Förderprogramme der KfW nutzen

Wenn es Schwierigkeiten bei der Einhaltung der Energieeinsparverordnung (EnEV) gibt, dann weiß Rainer Feldmann, externer Energieberater der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), Rat: „Durch den Einbau einer KWK-Anlage lässt sich der Primärenergiefaktor der Wärmeversorgung so weit verbessern, dass damit die Vorgaben der EnEV erfüllt werden und z. B. bei der Altbausanierung attraktive Förderprogramme der KfW genutzt werden können.“ Durch den Teilschuldenerlass, der dann möglich ist, finanziert sich die Anlage von alleine.

Beispiele aus der Praxis

Über Erfahrungen aus der Praxis berichteten Georg Bitterberg, Technischer Leiter der Wohnheim GmbH und Matthias Henties, Vorstand des Beamten-Wohnungs-Verein Frankfurt am Main eG. Wichtig im Wohnungsbau seien Anlagen, die geringe Schallemissionen aufweisen. Hierauf sei bei der Planung zu achten. Auch die Heizungsanlage müsse durch einen hydraulischen Abgleich optimiert sein und die Einbindung der KWK-Anlage müsse stimmen.

Rechtliche Aspekte

Neuland bildete für viele der Vortrag von Ulf Jacobshagen, Rechtsanwalt bei Becker, Büttner, Held, einer auf Energierecht spezialisierten Kanzlei aus Berlin. Durch den Verkauf von Strom an Mieter werde die Wirtschaftlichkeit der KWK-Anlage erheblich verbessert.

Virtuelles Kraftwerk

Eine weitere Zukunftsoption ist es dann, viele kleine KWK-Anlagen miteinander zu vernetzen und damit die großen Kraftwerke überflüssig zu machen. Zu diesen so genannten Virtuellen Großkraftwerken gibt es, laut Bernd Utesch, Geschäftsführer der ABGNova, einer Tochtergesellschaft von Mainova und ABG FRANKFURT HOLDING, bereits erste Schritte.

Fazit

KWK ist nach wie vor eines der größten Potenziale für den Klimaschutz. Die KWK-Anlagen im Wohnungsbau sind wirtschaftlich, sei es durch die Erreichung erforderlicher Energiestandards für attraktive Förderprogramme oder durch die Vergütung des eingespeisten Stroms. Die Wirtschaftlichkeit der Anlagen wird durch den Verkauf der erzeugten elektrischen Energie an die Mieter deutlich verbessert.